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Creatin im Sport – was bringt´s?

Creatin zählt zu den Nahrungsergänzungsmitteln, die im Sport in immer stärkerem Umfang eingesetzt werden. Neben Vitaminen und Mineralstoffen stehen bei Sportlern vor allem potenziell leistungssteigernde Substanzen wie das Creatin im Mittelpunkt des Interesses.
Creatin ist grundsätzlich eine körpereigene Verbindung. Sie besteht aus den Aminosäuren Arginin, Glycin und Methionin. Bei kurzzeitiger maximaler Belastung dient es in Form von Creatinphosphat dem arbeitenden Muskel als schnell verfügbare Energiequelle. Auf diese Weise können Muskelzellen auch bei hoher Belastung anaerobe Leistung erbringen. Der tägliche Bedarf eines Erwachsenen liegt bei ca. 2g Creatin. Gedeckt wird dieser etwa hälftig durch die Nahrung – Rindfleisch enthält z.B. 5g/kg - und durch die körpereigene Biosynthese.

An die zusätzliche Einnahme von Creatin werden hohe Erwartungen geknüpft, die zusätzlich durch unzulässige Werbeaussagen und das überdurchschnittliche Angebot an Creatin-Produkten weiter genährt werden. Sportler erhoffen sich durch die Einnahme Creatin-haltiger Nahrungsergänzungsmittel vor allem eine erhöhte körperliche und mentale Leistungsfähigkeit, verkürzte Regenerationszeiten sowie eine Steigerung der Muskelmasse und Muskelkraft.

Wissenschaftliche Studien bestätigen tatsächlich Vorteile bei kurzen, sich wiederholenden Belastungen mit maximaler Intensität, wenn die intramuskulären Creatinphosphat-Speicher zusätzlich gefüllt werden. Sprinter sind in der Lage, ihre maximale Leistungsfähigkeit länger aufrecht zu erhalten. Erhöhte muskuläre Belastbarkeit und bessere Regenerationsfähigkeit ermöglichen eine verbesserte Wettkampfvorbereitung. Creatin wird zunehmend auch in Mannschafts- und Ausdauersportarten eingesetzt. Im Fußball wäre z.B. eine verbesserte Sprintkapazität der Stürmer und Verteidiger denkbar. Ausdauersportler könnten durch ein besseres Stehvermögen bei einem End- oder Zwischenspurt profitieren. Dennoch muss gesagt werden: Creatin ist mit Sicherheit kein Wundermittel! Ohne sportwissenschaftlich fundierte Trainingsmethoden wird aus einem Sportler auch mit Hilfe von Creatin kein Olympiasieger – eher vielleicht ein Dopingopfer! Creatin steht zwar zur Zeit nicht auf der Dopingliste, jedoch ist generell die Anwendung von übermäßigen Mengen körperidentischer Substanzen verboten. Auch können Verunreinigungen der Creatin-Produkte mit verbotenen Prohormonen – wie nachgewiesen - zu positiven Dopingtests führen.

Sportler wenden Creatin in Mengen von 20-30g an (beim s.g. „Loading“ der Muskelzellen). Das entspricht etwa der 10-15fachen Konzentration der normalerweise im Körper befindlichen Menge. Ob bei dieser unnatürlich hohen Zufuhr von Creatin gesundheitliche Schäden entstehen können, kann zur Zeit nicht mit Sicherheit gesagt werden. Es ist allerdings bekannt, dass es bei hoher muskulärer Belastung und Creatineinnahme zu Verhärtungen der Muskulatur und zu Folgeschäden kommen kann. Es gibt keine gesicherten Daten zur Unbedenklichkeit einer Langzeitanwendung hoher Creatinmengen. Insbesondere fehlen Kenntnisse zu (Neben-) Wirkungen auf Organe wie Leber, Niere, Gehirn und Herz. Eine französische Forschergruppe berichtete bereits über vermehrtes Auftreten von Darmkrebs!

Dr. med. Emanuel Merkle
Facharzt für Orthopädie u. Dipl.-Sportlehrer

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