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Mehr Kreuzbandrisse als früher?!

In den letzten Jahren ist eine deutliche Zunahme von Kreuzbandverletzungen beim Fußballspielen zu verzeichnen. Zur Zeit wird deswegen als möglicher Auslöser der neuartige Fußballschuh mit der veränderten Stollenkonfiguration diskutiert. In Deutschland zählt man etwa 30.000 - 40.000 derartigen Verletzungen pro Jahr. Der typische Unfall, der zu einem vorderen Kreuzbandriss führt, ist eine Verdrehung des Kniegelenks, oft bei fixiertem Fuß. Spieler berichten, bei einem derartigenVerdrehen häufig von einem Krachen im Knie. Das verletzte Kniegelenk schwillt oft erst nach kurzer Zeit ( 2. Tag) massiv an, bei einer Punktion findet sich der typische blutige Erguß. Von den verletzten Spielern werden ein Instabilitätsgefühl und vorallem Schmerzen in der Kniekehle beschrieben, die nach etwa zwei Wochen deutlich rückläufig sind. So kommt es öfters dazu, dass  Spieler mit sogenannten älteren Kreuzbandrissen ein oder 2 Jahre später auftauchen. Die Diagnose eines vorderen Kreuzbandrisses kann leider nicht immer durch eine einfache Untersuchung mit den typischen Zeichen einer vorderen Instabilität (Pivot-Shift-Zeichen, Lachmann Zeichen, vordere Schublade) gestellt werden, sie sollte in der Regel durch eine Kernspintomographie bestätigt werden. Die Kernspintomographie sollte beim Verdacht gezielt auf den Kreubandbereich ausgerichtet sein, da es immer wieder zu Fehldiagnosen kommt, gerade wenn das Kreuzband nur teilweise oder fast ganz  oder nur angerissen sein soll!


Der Riss des hinteren Kreuzbandes ist dabei wesentlich seltener (meist in Verbindung mit gleichzeitigem Riß des vorderen Kreuzbandes). Innenbandverletzungen sind in der Regel weniger kompliziert und werden meist ohne Operation konservativ behandelt. Die durch den Riss des vorderen Kreuzbandes hervorgerufene Instabilität führt bereits beim normalem Gehen zu ungünstigen Verschiebebewegungen im Kniegelenk, die zu weiteren Verletzungsfolgen führen können (hauptsächlich Meniskusrisse und Knorpelschäden sowie später zur Arthrose). Das häufige Wegknicken bei sportlicher Belastung beschleunigt das Entstehen dieser Folgeschäden.


Aus diesem Grund ist es äußerst wichtig, die Stabilität des Kniegelenks durch eine Kreuzbandersatzoperation wiederherzustellen. Mittlerweile ist man der Meinung, dass die Kreuzbandoperation in jedem Alter durchgeführt werden sollte.
Das Prinzip der Kreuzbandrekonstruktion besteht in dem Ersatz des Bandes durch körpereigene Sehnen. Es gibt verschiedene Operationsmethoden, bei denen auch unterschiedliche Sehnen verwendet werden. Am häufigsten werden Adduktorensehnen benutzt. An zweiter Stelle steht in der Regel die Patellasehne. Die Kreuzbandersatzoperation erfolgt mittlerweile rein arthroskopisch. Das heißt, dass Kniegelenk bleibt bei dieser Operation geschlossen, die Instrumente werden nur durch kleine Schnitte eingeführt. Studien haben gezeigt, dass es bei diesem Vorgehen zu deutlich weniger Verwachsungen kommt. Der operative Eingriff wird etwa innerhalb der ersten zwei Wochen nach Unfallzeitpunkt durchgeführt. Die Kreuzbandoperation kann stationär und ambulant durchgeführt werden. Bereits ein Tag nach der Operation beginnt die Krankengymnastik. Damit bald wieder mit der sportlichen Aktivität begonnen werden kann, ist es ganz wesentlich, dass der Sportler bei der Rehabilitation mithilft.  Das Anlegen einer beweglichen Knieorthese kann dabei in den ersten sechs Wochen helfen. In der Regel erhält der Patient von seinem Chirurgen einen detaillierten Nachbehandlungsplan. Für alle Betroffenen gilt, dass das sportartspezifische Training erst dann beginnen sollte, wenn eine sichere Koordinationsfähigkeit besteht und vor allem die Muskelkraft wieder voll vorhanden ist. Vor Abschluß des sechsten Monats nach Operation sollte ein derartiges Training nur in Rücksprache mit dem Operateur erfolgen. Der Spieler sollte wissen, dass die vollständige Einheit um das neue Kreuzband erst ein Jahr nach Operation voll regeneriert ist. Auch der beste Kreuzbandersatz kann nicht so gut sein wie das Original. Die Oberschenkelmuskulatur sollte auf Dauer durch regelmäßiges Training aufgebaut werden, um weitere Knieverletzungen zu verhindern.


Anmerkung:
Bekannte Kreuzbandpatienten aus der ersten Bundesliga: Elber, Kahn, Salihamicic, Jens Nowotny, Bixente Lisarasu , Matthäus, Juri Mulder und Flemming Poulsen, Evanilson Frings, Koller, Feulner, Tim Wiese.

Dr. med. Emanuel Merkle
Facharzt für Orthopädie u. Dipl.-Sportlehrer

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